Namaqualand, die Sukkulentenkaroo

Dr. Klaus Beckmann (Vorsitzender der DKG-Ortsgruppe Marl) stellte mit einem Video die namentlich wenig bekannte Region Namaqualand in Südafrika vor. Es ist ein umfassendes Gebiet links und rechts des Oranje, das sich vorwiegend über die Kapprovinz und Namibia erstreckt. Den größten Teil des Jahres präsentiert sie sich auf Grund extrem geringer Niederschläge als scheinbar leblose Wüstenregion. Einmal im Jahr etwa in den Monaten August / September kann sich diese Einöde in eine bis an den Horizont blühende, vor Fruchtbarkeit strotzende Landschaft verwandeln – vorausgesetzt der spärliche Regenfall hat eingesetzt und die Temperaturen haben die für die Keimung und das Wachstum notwendigen Werte erreicht. Im Film wurde dieser Kontrast zwischen erbarmungsloser Trockenheit mit allen ihren Folgen für Pflanzen, Tiere und Menschen und der überquellende Reichtum zum Zeitpunkt der Wüstenblüte deutlich sichtbar.

Perú – Land, Leute und vorwiegend sukkulente Pflanzen

Dr. Jörg Ettelt, bekannt als Präsident der Fachgesellschaft andere Sukkulenten, berichtete in seinem Bildvortrag von einer einige Jahre zurückliegenden Reise, die er mit Sukkulentenfreunden unternommen hatte. Bei dem Referat ging es natürlich nicht nur um Kakteen und andere Sukkulenten, die in dem südamerikanischen Perú überaus reichlich vorkommen, sondern eben auch um das Land, seine nativen Einwohner und deren bis in die heutige Zeit geretteten Kultur. Seine Fahrt führte auf teils sehr abenteuerlichen Routen auf schlechten Wegstrecken durch den wenig erschlossenen Norden des Landes. Mit zahlreichen Bildern und lebendigen Berichten von persönlichen Erfahrungen und Begegnungen gespickt, verging die Zeit des Vortrages wie im Fluge. Vielen Dank für diesen Beitrag. 

Chemischer Pflanzenschutz, aber richtig !

Dr. Thomas Brand, leitender Mitarbeiter und Sachverständiger für Pflanzenschutz der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hielt einen Fachvortrag über den sinnvollen und fachgerechten Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel immer mit dem Focus auf die Kultur von Kakteen und anderen Sukkulenten. Wenn auch der eine oder andere Punkt bei manchen schon bekannt gewesen sein mag, so war der Generalüberblick über Pflanzenschutz im Allgemeinen und der spezielle Teilaspekt des Chemischen Pflanzenschutzes für alle sehr erhellend. Entlang einer Variation des Vortragsmottos „Chemischer Pflanzenschutz ? – Aber … integriert/legal/sicher/wirksam“ wurden alle Besucher an die zahlreichen Facetten dieses umfangreichen Fachgebietes herangeführt und werden sicher den einen oder anderen Hinweis gerne als Anregung für den eigenen Umgang mit dem Thema Pflanzenschutz aufnehmen.
An diesem Abend konnte der Vorsitzende der Kakteenfreunde Münster zudem als neues Mitglied Herrn Nöth begrüßen. Herzlich Willkommen in unserem Kreis. Viel Freude und Erfolg bei der Ausübung dieses interessanten und vielfältigen Hobbies !

Sommertreff 2017

In guter Tradition hatten sich die Kakteenfreunde Münster wieder zu ihrem Sommertreff bei den Gastgebern Helga und Günter Rieke eingefunden, um bei leckerem Essen und guten Gesprächen in geselliger Runde einen schönen Abend zu verbringen. Zwar ließ der Wettergott wenige Minuten vor dem Beginn eine Schlechtwetterfront mit Starkregen über Wolbeck hinwegziehen, aber mit vereinten Kräften wurde die Veranstaltung in den Wintergarten und das große Wohnzimmer umgelenkt. Die mitgebrachten.leckeren Salate schmeckten dort ebenso wie die unter dem zum Regenschutz umfunktionierten Sonnenschirm gegrillten Würstchen. In einer Regenpause konnte schließlich auch noch der obligatorische Gang ins Gewächshaus stattfinden, in dem ausgiebig über die Kakteen gefachsimpelt wurde. Auch im Garten gab es – nicht nur für neugierige Katzen – sondern auch für die Gäste einiges zu entdecken. Als kleines Highlight hatte Dieter Landtreter auch noch Haemanthus albiflos und Rex-Begonien zum Mitnehmen bereitgestellt. Der Vorsitzende Franz Spreckelmeyer dankte stellvertretend Helga Rieke dafür, dass die Kakteenfreunde wieder einmal die besondere Gastfreundschaft genießen durften. Alles in allem war der Abend wieder einmal so, wie es auf einem Regenschirm in flapsiger Sprache zu lesen war: „Voll toll „. 

Lithops – in Natur und Kultur

Im Zentrum des Bildervortrages von Herbert Thiele standen dieses Mal die kleinen Lithops aus der Familie der Aizoaceae, deren Heimat die ariden Gebiete Südafrikas sind. Der Name ist griechischen Ursprungs und bedeutet soviel wie „steinähnlich“, weshalb die Pflanzen auch „Lebende Steine“ genannt werden. Manche nennen sie wegen ihrer besonderen Wuchsform sogar liebevoll „Hottentotten-Popo“.

In seinem kurzweiligen und interessanten Vortrag stellte der Referent vorab die Historie der Entdeckung sowie der Nomenklatur bis hin zu den Cole-Nummern dieser außergewöhnlichen Pflanzen dar. Bei der Kultur dieser hochsukkulenten Pflanzen gilt es, die natürliche Vegetationsperiode zu beachten, die sie – bedingt durch ihre lange Entwicklungsgeschichte – nicht auf die zeitlich entgegengesetzten, klimatischen Verhältnisse der nördlichen Hemisphäre umzustellen vermögen. Somit wird die erfolgreic

he Kultur der Lithops bestimmt durch den Zeitpunkt der Loben-Neubildung  (Loben = das einzige Blattpaar) sowie den Zeitpunkt der Blüte, wie Herbert Thiele eindrucksvoll darlegte.  Den Abschluss seines Vortrages bildete eine alphabetisch geordnete Zusammenfassung der natürlichen Arten mit den zugehörigen Standortfaktoren sowie einiger Zuchthybriden, die sich durch besondere Farben oder Muster auszeichnen.
Ein besonderer Vorteil dieser kleinen, hochsukkulenten Pflanzen ist, dass eine vollständige Sammlung kaum mehr als einen Quadratmeter Platz in Anspruch nimmt.

Eine Übersicht der Standorte mit Fotos der Art bietet die folgende > Interaktive Karte.

„Unbekanntere“ Mammillarien

Unser Gruppenmitglied Heinz Otto, Spezialist für Mammillarien berichtete in seinem Bildervortrag über seine Mexikoreise von 2015. Seine spätere Reise, über die er ursprünglich berichten wollte, musste er aus gesundheitlichen Gründen leider vorzeitig beenden.
Dies tat dem Vortrag über die Kakteenwelt Mexikos jedoch keinen Abbruch. Die zahlreichen, brillanten Fotos nicht nur von Mammillarien sondern auch von Aztekium, Neolloydia, Gymnocactus, Echinocactus, Thelocactus und weiteren entschädigten die Zuhörer vollauf. Und auch einige unbekanntere, in Sammlungen nur selten vertretenen Raritäten waren dabei, wie z.B. Mammillaria manana (s. Foto), die von Charles Glass entdeckt und beschrieben wurde. Die zahlreichen Blütenfotos wurden unterstützt von Bildern der Standorte, die die grandiose Landschaft, in der diese Sukkulenten wachsen, eindrucksvoll zeigte.

Fahrt zur 125 Jahr Feier der DKG in Berlin

Vom 25.-28. Mai 2017 fuhr eine Abordnung der Münsteraner Kakteenfreunde anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Deutschen Kakteengesellschaft zu den Feierlichkeiten nah Berlin.
Donnerstag: Mit dem Zug ging es von Münster über Hamm in die Bundeshauptstadt. Am Hauptbahnhof angekommen, wurde in einem kleinen Burger-Restaurant ein Imbiss eingenommen. Das Highlight dabei war der Blick auf den Konvoi von Barack Obama, der vor dem Fenster vorbeifuhr. Anschließend folgte dann noch die Fahrt in dem hervorragenden Berliner S+U- Bahn-Netz bis zur  Unterkunft in der Nähe des ehemaligen Tempelhofer Flughafens. Dort war für die Gruppe eine ganze Etage in einem Apartementhaus angemietet worden. Nachdem die Zimmer eingerichtet waren, ging es auf eine erste Kurzerkundung der Umgebung und zu einem gemeinsamen Abendessen in einem Italienischen Restaurant in der Nähe. Gut gestärkt und ein wenig müde von der langen Anreise herrschte bei allen nur noch der Wunsch, sich vor dem Programm des nächsten Tages auszuruhen. 
Freitag: Nach einem gemeinsamen Frühstück in der geräumigen Küche stand eine Standrundfahrt mit einem Hop-On-Hop-Off Doppeldecker-Bus auf dem Programm. Ein Zwischenstopp führte zum Checkpoint Charlie und natürlich in das dortige Museum, in dem sehr viele Exponate zum Übergangspunkt und zu zahlreichen Versuchen und geglückten Fluchten  zu sehen sind. Tief beeindruckt wurde die Fahrt fortgesetzt und der  nächste Haltepunkt war das Brandenburger Tor mit dem Reichstagsgebäude sowie dem benachbarten Bundeskanzleramt, in dem zu der zeit auch Kanzlerin Angela Merkel anwesend war. Wegen des Kirchentages war das Brandenburger Tor zwar leider gesperrt, dies tat der Gesamtatmosphäre jedoch keinen Abbruch. Hinterher teilte sich die Gruppe auf, einige besuchten das KaDeWe, die Gedächtniskirche und das Europacenter, andere fuhren zum Türkenmarkt in Neukölln, der freitags bis abends geöffnet ist. Ein gemeinsamer Imbiss mit erfrischender Berliner Weiße in der Unterkunft rundete den Tag ab.
Samstag: Der große Tag stand bevor. Es ging zum Botanischen Garten Berlins, in dem die DKG ihr 125-jähriges Jubiläum feierte. Alleine die Sonderausstellung, die die Berliner Kakteenfreunde liebevoll gestaltet hatten, war überaus sehenswert. Hinzu kam das Angebot etlicher Kakteenhändler, darunter auch Jürgen Sandkötter und Lothar Lühr, beides Mitglieder der Kakteenfreunde Münster. Ein Rundgang durch die viktorianischen Schauhäuser, das riesige Alpinum, das Arboretum und weiterer Parkanlagen rundete den sonnigen Tag ab. Gegen Abend wurde ein anderes Restaurant nahe der Unterkunft besucht. Für Informationen über den Verlauf des Pokalendspiels war gesorgt, so dass auch die Fußballfans den Abend genießen konnten.
Sonntag: Die Koffer mussten wieder gepackt und die Zimmer geräumt werden, bevor es zu einer Spreerundfahrt mit dem Schiff ging. Zweieinhalb Stunden konnte der Anblick Berlins von der Wasserseite genossen werden, was nicht zuletzt dank eines guten Führers die unglaubliche Vielfalt der Bezirke eindrucksvoll erleben ließ. Nicht zu vergessen der Blick auf Schloss Bellevue, in dem auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier anwesend war, wie die Beflaggung verriet. Vor der Rückfahrt gab es dann für einige noch ein wenig Erinnerung an die Zeit vor dem Mauerfall und die Fahrtteilnehmer nahmen am Tränenpalast Abschied von der beeindruckenden und faszinierenden Bundeshauptstadt.

 

Hier noch einige Impressionen der Tage in Berlin

7. Münsterländer Kakteentag

Auf dem diesjährigen 7. Münsterländer Kakteentag im Gewächshaus von Lothar Lühr in Saerbeck trafen sich wieder einmal zahlreiche Freunde der Kakteen und anderer Sukkulenten, die sich an dem Anblick des großen Angebots nicht nur erfreuten, sondern den schönen Tag auch nutzten, um sich auszutauschen, sich einfach mal mit anderen Kakteenfreunden zu treffen oder ausgefallene Pflanzen zu erwerben.
Die Sonne gab sich passend nach dem vorhergegangenen Regentag alle Mühe, die dornigen Gesellen zu einem prächtigen Blütenflor zu verführen, wie man an den folgenden Bildern sehen kann.

Nepal – Am Fuße des Himalaya

Roland Reith, weitgereister Präsident der Unterabteilung IG Ascleps der FGaS (Fachgesellschaft andere Sukkulenten) stellte in seinem Bildervortrag ein noch weitgehend unbekanntes Land vor, das durch die Unberührtheit seiner Natur und Kultur außerhalb der wenigen Großstädte fasziniert. Die fantastischen Aufnahmen entführten gemeinsam mit den Worten von Roland Reith in eine exotisch anmutende Welt, die durch ihre ganzjährig schneebedeckten Achttausender, die überall präsenten Stupas (s. Bild) des Buddhismus und von absolut einsam gelegenen Städten und Dörfern geprägt ist. Der Vortrag hinterließ bei allen Besuchern fantastische Eindrücke, auch wenn schnell klar wurde, das die gezeigte Landestour angesichts der mit ihr verbundenen körperlichen Strapazen wahrscheinlich keine Nachahmer bei den Anwesenden finden wird.

 

Auf Kakteensuche in Argentinien

Dr. Detlev Metzing, der am Institut für Biologie und Umweltwissenschaften der Universität Oldenburg tätig ist, den meisten Kakteenfreunden aber wohl eher als Artenschutzbeauftragter der DKG sowie als Buchautor ( „Nacktdistel und Spinnenkaktus – die Gattung Gymnocalycium“ bekannt ist, berichtete über seine Reise durch Argentinien. Der reich bebilderte und wie immer sehr aufschlussreiche Fachvortrag zur Kakteenflora des fernen südamerikanischen Staates beeindruckte die Anwesenden. Im offiziellen Teil des Abend wurde Lothar Wieneke vom Vorsitzenden nachträglich für seine 25-jährige Zugehörigkeit zu den Münsteraner Kakteenfreunden geehrt.